Jörg Haider: Mythenbildung
October 15, 2008 at 8:23 am | In extreme right | Leave a CommentTags: austria, österreich, bzö, fpö, haider, kreisky, mythos, rechtsextremismus, spö
Werner Perger schreibt in der “Zeit” über den Haider-Mythos und Österreichs Lebenslügen
Über Jörg Haider, seine Karriere, sein Leben und seinen Tod ist so ziemlich alles gesagt. Alles und mehr, geschönt und verklärt. In den Stunden und Tagen nach Haiders Unfall wurde in Österreich von politischen Honoratioren der Republik und von Journalisten, die sich für solche halten, so hemmungslos gelogen wie nie zuvor.
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Jörg Haider RIP
October 12, 2008 at 11:42 am | In extreme right | Leave a CommentTags: austria, österreich, bzö, extreme rechte, extreme right, fpö, haider, jörg haid, politics, politik, rechtsextremismus
“Nun Goethe tot ist, bemächtigt sich meiner darob ein wunderbarer Schmerz” schreibt Heinrich Heine halb ironisch zum Ableben des alten Dichterfürsten, an dem er Zeit seines Lebens kein gutes Haar gelassen hat. Haider war kein Olympier, aber eine Konstante, einer der erfolgreichsten Führer der Neuen Rechten in unserer Zeit und eine faszinierende Gestalt. Nun wird er – de mortibus nil nisi bene – von Freund und Feind öffentlich gewürdigt und bizarrerweise sogar mit Falco verglichen. Die Ähnlichkeiten sind ja auch überdeutlich: Österreicher – Auto – tot). Wenn Österreich im allgemeinen und Kärnten im besonderen sich vom Schock erholt haben, wird sein Tod die bislang gespaltenen Rechte des Landes (die vor wenigen Tagen insgesamt fast 30 Prozent der Wählerstimmen erhalten hat) vermutlich stärken.
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Neo-Liberalismus, Ausländerfeindlichkeit oder Protest: Was motiviert die Wähler der Extremen Rechten?
September 29, 2008 at 10:31 pm | In extreme right, science | Leave a CommentTags: alleanza nazionale, austria, comparative politics, extreme right, fpö, fpoe, freedom party, immigration, italy, neo-liberalism, political science, populist right, protest, radical right, sem, structural equation modelling, voting, western europe
In Österreich haben FPÖ und BZÖ am vergangenen Sonntag rund 30 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Daß dies auch etwas mit Protest gegen die ewige Große Koalition zu tun hat, die Österreich von 1945-66, 1987-2000 und dann wieder seit 2007 regiert hat, erscheint plausibel. “Protest” ist allerdings nur eine von (mindestens) drei möglichen Motiven für die Wahl der Extremen Rechten. In vielen, wenn nicht den meisten Fällen dürften ausländerfeindliche Einstellungen wichtiger sein. Hinzu kommt eine dritte Erklärung, die sich vor allem in den 1990er Jahren großer Beliebtheit erfreute: Zumindest für eine Zeitlang vertraten die Parteien der Extremen Rechten eine “neo-liberale” politische Agenda.
"We'll be back"
In einem aktuellen Artikel für die Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft schätze ich für sieben westeuropäische Länder ein Strukturgleichungsmodell der Rechtswahl und kann zeigen, daß Ausländerfeindlichkeit in allen Ländern außer Italien eine zentrale Rolle spielt. Der Effekt der Ausländerfeindlichkeit wird allerdings durch die Parteiidentifikation und die generellen ideologischen Präferenzen der Wähler moderiert. Kontrolliert man diese policy-orientierten Einstellungen “Protest” und Neo-Liberalismus hingegen haben (fast) keine Effekte mehr. Tu felix Austria.
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