Neo-Liberalismus, Ausländerfeindlichkeit oder Protest: Was motiviert die Wähler der Extremen Rechten?

September 29, 2008 at 10:31 pm | In extreme right, science | Leave a Comment
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In Österreich haben FPÖ und BZÖ am vergangenen Sonntag rund 30 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Daß dies auch etwas mit Protest gegen die ewige Große Koalition zu tun hat, die Österreich von 1945-66, 1987-2000 und dann wieder seit 2007 regiert hat, erscheint plausibel. “Protest” ist allerdings nur eine von (mindestens) drei möglichen Motiven für die Wahl der Extremen Rechten. In vielen, wenn nicht den meisten Fällen dürften ausländerfeindliche Einstellungen wichtiger sein. Hinzu kommt eine dritte Erklärung, die sich vor allem in den 1990er Jahren großer Beliebtheit erfreute: Zumindest für eine Zeitlang vertraten die Parteien der Extremen Rechten eine “neo-liberale” politische Agenda.

Well be back

"We'll be back"

In einem aktuellen Artikel für die Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft schätze ich für sieben westeuropäische Länder ein Strukturgleichungsmodell der Rechtswahl und kann zeigen, daß Ausländerfeindlichkeit in allen Ländern außer Italien eine zentrale Rolle spielt. Der Effekt der Ausländerfeindlichkeit wird allerdings durch die Parteiidentifikation und die generellen ideologischen Präferenzen der Wähler moderiert. Kontrolliert man diese policy-orientierten Einstellungen “Protest” und Neo-Liberalismus hingegen haben (fast) keine Effekte mehr. Tu felix Austria.
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Blau-orange Wiedervereinigung im Anti-Islamismus

September 17, 2007 at 9:02 pm | In deutsch, extreme right | Leave a Comment
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Quelle: nachrichten.at

Kreuzritter
Blau-orange Wiedervereinigung im Anti-IslamismusDie Verhaftung der drei Islamisten in Wien hat auch einen politisch “versöhnlichen” Aspekt. Zumindest im Geiste ist es kurzfristig zur Wiedervereinigung von Blau und Orange gekommen. Seite an Seite marschieren Heinz-Christian Strache und Jörg Haider wie Kreuzritter gegen den Islam.

Die Ergebnisse der intellektuellen Anstrengungen reichen von Bauverboten für Moscheen und Minarette, über ein Kopftuch-Verbot bis zur 24-Stunden-Überwachung aller islamischen Einrichtungen und der Aberkennung des Status als Körperschaft öffentlichen Rechts für die islamische Glaubensgemeinschaft. Klare Angriffe auf die Religionsfreiheit. Schlimmer noch, mit den Pauschalsanktionen würden 400.000 in Österreich lebende Moslems unter den Generalverdacht gestellt, Terroristen zu sein.

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