Nützt oder schadet Zuwanderung dem Front National in Frankreich?
October 10, 2008 at 3:56 pm | In extreme right, science | Leave a CommentTags: extreme rechte, france, frankreich, front national, immigration, rechtsextremismus, wahlen, zuwanderung
In einem aktuellen Artikel im European Journal of Political Research, zeigen Kestilä und Söderlund daß bei der französischen Regionalwahl von 2004, Wahlbeteiligung und die Größe (Zahl der Sitze) einen negativen Effekt auf den Stimmenanteil des Front National hatten.
Die Zahl der Parteilisten und die Arbeitslosenquote hatten hingegen einen positiven Effekt, während die Zahl der Immigranten im Wahlbezirk (die normalerweise positiv mit den Erfolgen des Front National korreliert) keinerlei Wirkung hatte. Liz Carter haben versucht, diese Ergebnisse zu replizieren. Das Ergebnis ist ein neuer Artikel, der vom EJPR zur Veröffentlichung angenommen wurde: How (not) to operationalise Subnational Political Opportunity Structures in France. A critique of the KS model of subnational political opportunity structures in regional elections.
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Neo-Liberalismus, Ausländerfeindlichkeit oder Protest: Was motiviert die Wähler der Extremen Rechten?
September 29, 2008 at 10:31 pm | In extreme right, science | Leave a CommentTags: alleanza nazionale, austria, comparative politics, extreme right, fpö, fpoe, freedom party, immigration, italy, neo-liberalism, political science, populist right, protest, radical right, sem, structural equation modelling, voting, western europe
In Österreich haben FPÖ und BZÖ am vergangenen Sonntag rund 30 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Daß dies auch etwas mit Protest gegen die ewige Große Koalition zu tun hat, die Österreich von 1945-66, 1987-2000 und dann wieder seit 2007 regiert hat, erscheint plausibel. “Protest” ist allerdings nur eine von (mindestens) drei möglichen Motiven für die Wahl der Extremen Rechten. In vielen, wenn nicht den meisten Fällen dürften ausländerfeindliche Einstellungen wichtiger sein. Hinzu kommt eine dritte Erklärung, die sich vor allem in den 1990er Jahren großer Beliebtheit erfreute: Zumindest für eine Zeitlang vertraten die Parteien der Extremen Rechten eine “neo-liberale” politische Agenda.
"We'll be back"
In einem aktuellen Artikel für die Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft schätze ich für sieben westeuropäische Länder ein Strukturgleichungsmodell der Rechtswahl und kann zeigen, daß Ausländerfeindlichkeit in allen Ländern außer Italien eine zentrale Rolle spielt. Der Effekt der Ausländerfeindlichkeit wird allerdings durch die Parteiidentifikation und die generellen ideologischen Präferenzen der Wähler moderiert. Kontrolliert man diese policy-orientierten Einstellungen “Protest” und Neo-Liberalismus hingegen haben (fast) keine Effekte mehr. Tu felix Austria.
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